I. Geltungsbereich und grundlegende Anforderungen
Diese Vorschrift gilt für den Betrieb, die regelmäßige Inspektion sowie die Stilllegung von Druckluftkompressoren, die am Produktionsstandort eingesetzt werden. Das Bedienpersonal ist entsprechend geschult und muss mit der Anlagenkonstruktion, den Steuerungsverfahren, den Sicherheitseinrichtungen sowie den Verfahren zur Notfallbewältigung vertraut sein. Konkrete Parameter, Wartungsintervalle und Alarmgrenzwerte sind gemäß den Angaben in der Gerätebetriebsanleitung, den Daten auf dem Typenschild sowie den örtlichen Betriebsregelungen festzulegen.
II. Vor dem Einschalten prüfen
- Umweltinspektion:Stellen Sie sicher, dass sich in der Umgebung des Geräts weder Fremdkörper noch angesammeltes Öl oder Wasser befinden und dass die Lüftungs‑ und Wärmeabfuhrkanäle frei von Hindernissen sind.
- Ölstandprüfung:Den Schmierölstand gemäß dem Sichtfenster oder dem Ölmessstab prüfen und sicherstellen, dass er innerhalb des vorgeschriebenen Bereichs liegt; bei Bedarf entsprechend nachfüllen.
- Rohrleitungsprüfung:Prüfen Sie, ob die Anschlüsse der Ansaug-, Abgas-, Kühl- und Entwässerungsleitungen fest sitzen und ob Undichtigkeiten vorliegen.
- Elektrische Prüfung:Stellen Sie sicher, dass die Stromversorgung, der Steuerschrank, die Not-Aus‑Einrichtung sowie die Anzeigewerte der Instrumente ordnungsgemäß funktionieren.
- Sicherheitszubehör:Stellen Sie sicher, dass Sicherheitsventile, Manometer und Temperaturanzeiger sich in einwandfreiem Zustand befinden.
III. Start- und Ladevorgänge
- Vor dem Start ist sicherzustellen, dass der Entlüftungs‑, Ablass‑ oder Ladekontrollstatus den Anforderungen für die Inbetriebnahme entspricht.
- Zunächst im Leerlauf starten und erst nach dem Erreichen eines stabilen Betriebsschrittsweise belasten.
- Während des Ladevorgangs werden Änderungen von Druck, Temperatur, Stromstärke sowie Geräusch- und Vibrationsverhalten beobachtet.
- Bei Feststellung einer Alarmanzeige oder eines Anzeichen von Abweichungen ist die Belastung unverzüglich zu stoppen und gemäß dem vorgesehenen Verfahren zu überprüfen.
IV. Wichtige Überwachungspunkte im laufenden Betrieb
- Drucküberwachung:Der Austrittsdruck ist im zulässigen Bereich des Systems zu halten, um einen Betrieb unter Überdruck zu vermeiden.
- Temperaturüberwachung:Achten Sie auf die Abgastemperatur, die Öltemperatur sowie den Betriebszustand des Kühlsystems.
- Schall und Schwingungen:Bei auftretenden Fremdgeräuschen, Schlaggeräuschen oder ungewöhnlichen Vibrationen sind die Last sofort zu verringern oder der Betrieb umgehend einzustellen und eine Überprüfung durchzuführen.
- Leckagebeobachtung:Führen Sie regelmäßige Inspektionen der Rohrleitungsanschlüsse, Ventile, Kühler und Dichtungsbereiche durch.
- Abwasser- und Entwässerung:Entwässern Sie gemäß den Vorschriften das Kondenswasser aus den Gasbehältern und Rohrleitungen.
V. Normale Abschaltung und Druckentlastung
- Vor dem Stilllegen zunächst schrittweise abkoppeln, um ein direktes Abschalten unter Last zu vermeiden.
- Drücken Sie die Stopptaste oder befolgen Sie die Anweisungen des Steuerungssystems, um den Betrieb der Anlage zu stoppen.
- Nach dem Stillstand sind das Entlüftungsventil, die Stromversorgung sowie die entsprechenden Absperreinrichtungen gemäß den Vorgaben zu schließen.
- Erst nach dem Ablassen des Drucks sind Wartungs-, Demontage- oder Reinigungsarbeiten zulässig.
VI. Situationen des Notstoppens
Bei Auftreten einer der folgenden Situationen ist die Anlage unverzüglich stillzulegen und entsprechend zu melden:
- Druck und Temperatur überschreiten den zulässigen Bereich und können nicht wieder in den Normalbetrieb versetzt werden.
- Das Gerät weist ungewöhnliche Geräusche, starke Vibrationen, Rauchentwicklung, ungewöhnliche Gerüche oder Öl- bzw. Gaslecks auf.
- Sicherheitsventil, Manometer und Not-Aus‑Einrichtung sind ausgefallen oder das Steuersignal weist eine Fehlfunktion auf.
- Erwärmung, Funkenbildung, Isolationsbeschädigung oder Stromversorgungsstörungen an elektrischen Anlagenteilen.
VII. Wartungs- und Instandhaltungsanforderungen
- Überprüfen Sie gemäß dem Wartungsintervall Schmierstoffe, Filterelemente, Kühler, Riemen sowie Kupplungen und andere Komponenten.
- Halten Sie die Oberflächen der Geräte sowie die Kühlflächen sauber und vermeiden Sie die Ansammlung von Staub und Schmierstoffen.
- Bei der Wartung oder dem Austausch von Verschleißteilen sind das Gerät abzustellen, der Druck abzubauen, die Stromversorgung zu unterbrechen und entsprechende Kennzeichnungen anzubringen.
- Die Wartungsprotokolle sind vollständig zu führen und müssen Angaben zu Prüfzeitpunkt, Prüfgegenstand, festgestellten Abweichungen sowie den entsprechenden Maßnahmen und deren Ergebnissen enthalten.
VIII. Sicherheitsvorkehrungen
- Das Demontieren von Rohrleitungen, Ventilen oder Gasbehältern unter Druck ist strengstens untersagt.
- Das Kurzschließen, das Abschirmen von Sicherheitsschutzvorrichtungen sowie das unbefugte Anpassen von Schutzparametern sind strengstens untersagt.
- Vor der Wartung elektrischer Komponenten sind zunächst die Stromversorgung abzuschalten, eine Spannungsprüfung durchzuführen und Warnschilder anzubringen.
- Bedienungs-, Inspektions- und Wartungspersonal haben die erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen zu tragen.
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