Fazit: Es gibt zwar ein Verfahren mit „wenig Öl und wenig Wasser“, doch einen absoluten, unkomplizierten Weg, um Verunreinigungen vollständig zu filtern, gibt es nicht.
Ob bei Druckluftfiltern „weder Wasser noch Öl“ zum Einsatz kommt, ist zunächst in zwei Aspekte zu unterteilen: Erstens, ob im Filterprozess selbst Wasser oder Öl als Medium verwendet wird; zweitens, ob im komprimierten Luftstrom Wasser und Öl überhaupt entfernt werden müssen. In den meisten Fällen werden Verunreinigungen in der Druckluft nicht durch Wasser oder Öl abgeschieden, sondern mittels Filterelementen, Koaleszenz, Adsorption sowie Trocknung von Partikeln, Öltröpfchen und Wasserdampf aus der Luft befreit.
Warum befinden sich Wasser und Öl in der Druckluft?
- Wasserquelle:Die Luft enthält von Natur aus Wasserdampf; bei der Kompression und durch Temperaturänderungen kann sich leicht Kondenswasser bilden.
- Quelle der Öle:Schmierölgeladene Kompressoren können Öltröpfchen oder Öldämpfe mitführen; ölfreie Kompressoren verringern zwar die innere Ölbelastung, können jedoch dennoch Öldämpfe aus der Umgebung ansaugen.
- Quelle der Partikel:Staub, Rostpartikel aus Rohrleitungen sowie Abrieb von Dichtungen können ebenfalls in den Luftkreislauf gelangen.
Gibt es eine Filtermethode, die weder Wasser noch Öl verwendet?
Wenn damit gemeint ist, dass beim Filtern weder Wasser noch Öl verwendet wird, handelt es sich bei der üblichen Druckluftfiltration in der Regel um eine Trockenfiltration oder eine Adsorptions‑Trennung, die weder auf Wasser noch auf Öl als Filtermedium angewiesen ist. Zum Beispiel:
- Partikelfiltration:Feststoffpartikel werden durch den Filterkartuschen zurückgehalten.
- Koaleszenzfiltration:Lassen Sie feine Ölnebel und Wassertröpfchen zu größeren Tropfen zusammenfließen, um sie anschließend abzutrennen.
- Aktivkohleadsorption:Zur Reduzierung gasförmiger Schadstoffe wie Öldämpfe und unangenehme Gerüche.
- Trocknungsverfahren:Die Wasserdampfmenge wird durch Gefrieren, Adsorption oder Membrantrennung gesenkt.
Wie sollte man die Komponenten kombinieren, um die Reinheit der Druckluft zu erhöhen?
Mit einer einzigen Filterstufe lassen sich die drei Problemklassen Wasser, Öl und Staub nur schwer gleichzeitig bewältigen. Bei höheren Anforderungen an die Druckluftseite empfiehlt sich in der Regel eine Kombination nach dem Prinzip „Vorstufe zur Entfernung von Wasser und Öl, Nachstufe zur Feinfiltration sowie bei Bedarf Trocknung und Adsorption“:
- Zunächst werden mithilfe eines Gasbehälters und einer Entwässerungseinrichtung große Mengen an Kondenswasser entfernt.
- Durch den Einsatz zusätzlicher Filter mit unterschiedlichen Genauigkeiten werden Partikel und Ölnebel reduziert.
- In Anwendungen, die empfindlich auf Wasserdampf reagieren, sind Trockner oder Adsorptionstrocknungsanlagen einzusetzen.
- In Bereichen, die empfindlich auf Öldämpfe oder Gerüche reagieren, sind Aktivkohlefilter oder entsprechende Adsorptionsstufen einzubauen.
Worauf sollte man bei der Auswahl besonders achten?
- Verwendungszweck des Gases:Die Anforderungen an gewöhnliches Prozessgas und an Reinluft unterscheiden sich.
- Kompressortyp:Die Schmier‑ und die ölfreie Ausführung unterscheiden sich hinsichtlich der Methoden zur Kontrolle der Ölverschmutzung.
- Umgebungsbedingungen:Feuchtigkeit, Staub und öl‑ bzw. gasbelastete Umgebungen können die Konfiguration beeinträchtigen.
- Wartungszyklus:Filterelemente und Adsorptionsmaterialien sind gemäß den Betriebsbedingungen zu wechseln; andernfalls nimmt die Filterleistung ab.
Kurze Beurteilung
Die Filterung in Druckluftanlagen kann so ausgeführt werden, dass der Filterprozess weder auf Wasser noch auf Öl angewiesen ist. Doch wenn das Ziel darin besteht, die Druckluft möglichst wasser- und ölfrei sowie sauber und stabil zu halten, sind zur Abtrennung, Filtration oder Trocknung von Wasser und Öl in der Regel dennoch entsprechende Maßnahmen erforderlich. Ob die Anforderungen erfüllt werden, ist anhand der tatsächlichen Druckluftverbrauchsstandards und der vor Ort herrschenden Betriebsbedingungen zu beurteilen – nicht allein anhand eines einzelnen Filters.
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