Gesetzliche Definitionskriterien für Druckbehälter
Bevor geprüft wird, ob das Druckluftsystem eines Pharmabetriebs als Druckbehälter gilt, ist zunächst die gesetzliche Definition von Druckbehältern zu klären. Gemäß den einschlägigen sicherheitstechnischen Vorschriften für Sonderanlagen werden als Druckbehälter im Allgemeinen geschlossene Apparate bezeichnet, die Gase oder Flüssigkeiten enthalten und einem bestimmten Betriebsdruck standhalten. Die Zuordnung als Druckbehälter setzt die gleichzeitige Erfüllung der folgenden Kernkriterien voraus:
- Arbeitsdruck:Der maximale Betriebsdruck ist größer oder gleich dem vorgeschriebenen Wert (z. B. 0,1 MPa Überdruck).
- Fassungsvermögen und Abmessungen:Das Fassungsvermögen beträgt mindestens den festgelegten Wert (z. B. 30 l), und der Innendurchmesser ist mindestens so groß wie der vorgeschriebene Wert (z. B. 150 mm).
- Medieneigenschaften:Die beförderten Medien sind Gase, verflüssigte Gase sowie Flüssigkeiten, deren höchste Betriebstemperatur gleich oder höher als der normale Siedepunkt ist.
Nur Anlagen, die sämtliche vorgenannten Bedingungen erfüllen, fallen unter die Aufsichtsvorschriften für Druckbehälter.
Anlagenaufbau eines Druckluftsystems in einem Pharmazieunternehmen
Das Druckluftsystem eines Pharmazieunternehmens ist ein komplexes technisches System, das in erster Linie dazu dient, Pneumatikanlagen, die instrumentelle Regel- und Steuerungstechnik, den Materialtransport sowie Verpackungsprozesse mit Druckluft zu versorgen. Ein vollständiges System umfasst in der Regel folgende Kernkomponenten:
- Luftkompressor:Die Antriebsquelle des Systems dient dazu, Umgebungsluft auf den erforderlichen Druck zu komprimieren.
- Gasspeicherbehälter:Dient der Speicherung von Druckluft, der Stabilisierung des Systemdrucks und der Reduzierung von Luftstrompulsationen.
- Reinigungsanlagen:Dazu gehören Kältetrockner, Adsorptionstrockner sowie Filter verschiedener Stufen, die dazu dienen, Wasser, Öl und Verunreinigungen aus der Luft zu entfernen.
- Leitungsnetz und Armaturen:Es ist dafür zuständig, die aufbereitete, saubere Druckluft zu den einzelnen Entnahmestellen zu fördern.
Eigenschaftsbewertung des Gesamtsystems und seiner Komponenten
In Bezug auf die Frage, ob ein Druckluftsystem in einem Pharmaziebetrieb als Druckbehälter gilt, ist zwischen dem Begriff „das System als Ganzes“ und dem Begriff „die einzelnen Komponenten des Systems“ zu unterscheiden.
Gesamtsystem:Ein Druckluftsystem stellt als gesamter Prozessablauf nicht unmittelbar ein Druckbehältnis dar. Vielmehr handelt es sich um ein integriertes Netzwerksystem, das Antrieb, Speicherung, Reinigung und Transport umfasst.
Systemkomponenten:In diesem System,GasspeicherbehälterEs handelt sich um einen typischen Druckbehälter. Sobald sein Betriebsdruck, sein Volumen und seine Abmessungen die gesetzlich festgelegten Normen erfüllen, ist er als Druckbehälter (Sonderanlage) streng zu verwalten. Darüber hinaus werden auch bestimmte Hochdruckleitungen sowie Gas‑Wasser‑Abscheider oder große Filterbehälter innerhalb des Systems als Druckbehälter oder Druckrohrleitungen eingestuft, sofern ihre Parameter zugleich die Kriterien für die Einordnung als Druckbehälter erfüllen.
Anforderungen an die Compliance‑Verwaltung und -Wartung in pharmazeutischen Unternehmen
Da das Druckluftsystem eines Pharmazieunternehmens Komponenten umfasst, die als Druckbehälter gelten, hat das Unternehmen im Rahmen der täglichen Betriebsführung die einschlägigen Vorschriften für Sondermaschinen und -anlagen strikt einzuhalten, um die Produktions‑ und Anlagensicherheit sowie die Einhaltung der geltenden Vorschriften zu gewährleisten:
- Geräteverzeichnis und Inspektion:Druckbehälter wie Druckluftbehälter müssen vor der Inbetriebnahme oder innerhalb der vorgeschriebenen Frist nach der Inbetriebnahme bei der zuständigen Behörde für die Sicherheitsaufsicht über Sonderanlagen zur Nutzung angemeldet und eine Nutzungsregistrierungsurkunde beantragt werden. Zugleich ist eine regelmäßige Anmeldung zur gesetzlich vorgeschriebenen Inspektion erforderlich.
- Anforderungen an die Qualifikation des Personals:Personen, die Druckbehälter bedienen und verwalten, müssen eine fachgerechte Ausbildung absolviert haben und erst nach Erwerb der entsprechenden Berechtigung als Fachkraft für den Betrieb von Sonderanlagen ihre Tätigkeit aufnehmen.
- Tägliche Inspektion und Wartung:Unternehmen haben ein umfassendes Anlagensicherheitsmanagementsystem zu etablieren und Sicherheitsventile, Manometer sowie andere sicherheitstechnische Ausrüstung regelmäßig zu überprüfen, um deren Reaktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Im laufenden Betrieb sind die Betriebsparameter wie Druck und Temperatur sorgfältig zu überwachen; ein Betrieb oberhalb der zulässigen Temperatur- und Druckgrenzen ist strengstens untersagt.
Die klare Festlegung der Geräteeigenschaften der einzelnen Komponenten in der Druckluftversorgungsanlage eines Pharmabetriebs ist die Voraussetzung für die Umsetzung des Systems der Verantwortlichkeit für die Arbeitssicherheit. Unternehmen sollten unter Berücksichtigung der tatsächlichen Auslegungsparameter des Systems Druckbehälter und Druckrohrleitungen präzise identifizieren, um wissenschaftlich fundierte und den geltenden Vorschriften entsprechende Strategien zum Anlagenmanagement zu entwickeln.