Die in der Luft vorhandenen Öl‑ und Gasbestandteile umfassen hauptsächlich flüchtige organische Verbindungen (VOCs) sowie nichtmethanische Gesamtkohlenwasserstoffe (NMHC). Die zulässigen Konzentrationen dieser Stoffe werden nicht durch einen einheitlichen Grenzwert festgelegt, sondern je nach konkretem Anwendungsbereich, Schutzziel und Aufsichtszweck in unterschiedliche Normensysteme untergliedert.
Luftqualitätsstandard für die Umwelt
Im makroskopischen atmosphärischen Umfeld beruht die Steuerung des Öl- und Gasgehalts in erster Linie auf den einschlägigen Normen zur Luftqualität. Diese Normen dienen dem Schutz der Ökosysteme und der öffentlichen Gesundheit.
- Nichtmethanische Gesamtkohlenwasserstoffe (NMHC):Als wichtiger, umfassender Indikator für den Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft überwacht und bewertet die Umweltbehörde in der Regel die Konzentration der nichtmethanischen Gesamtkohlenwasserstoffe in bestimmten Gebieten oder während festgelegter Zeitabschnitte.
- Spezifische flüchtige organische Verbindungen:Für besonders toxische Öl‑ und Gasbestandteile wie Benzol, Toluol und Xylole werden in der Norm strenge Konzentrationsgrenzwerte festgelegt, um die Entstehung sekundärer Schadstoffe wie photochemischen Smogs zu verhindern.
Anforderungen an die Raumluftqualität
In geschlossenen oder halbgeschlossenen Räumen wie Wohn- und Bürogebäuden hat der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft unmittelbaren Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Die Normen für die Innenraumluftqualität legen den Schwerpunkt auf folgende Aspekte:
- Gesamtvolatile Organische Verbindungen (TVOC):Die Norm legt eine Obergrenze für die Gesamtmenge an flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC) in der Raumluft fest, um das allgemeine Schadstoffniveau zu bewerten.
- Begrenzung von Benzolverbindungen:Aufgrund der möglichen Eintragung von Öl- und Gasbestandteilen durch Baumaterialien oder durch Außendurchdringung enthält die Norm strenge Konzentrationsgrenzwerte für bestimmte Stoffe wie Benzol und Toluol.
Berufliche Expositionsgrenzwerte am Arbeitsplatz
In industriellen und produktiven Umgebungen wie der Petrochemie, in Öl‑Lagern und an Tankstellen sind die Beschäftigten einem erhöhten Expositionsrisiko gegenüber Gasen und Dämpfen aus Erdölprodukten ausgesetzt. Die Arbeitsschutznormen enthalten hierzu detaillierte Vorschriften:
- Zeitgewichteter Durchschnittsgrenzwert (PC-TWA):Es werden Grenzwerte für die durchschnittliche Konzentration festgelegt, denen Arbeiter während einer regulären Arbeitszeit langfristig ausgesetzt sein dürfen, ohne dass akute oder chronische Gesundheitsschäden auftreten.
- Zulässige Kurzzeitexpositionskonzentration (PC-STEL):Für mögliche kurzfristige Schwankungen der Gas- und Dampfkonzentrationen wird eine zulässige Höchstexpositionskonzentration festgelegt, um akute Reizungen oder Vergiftungen zu vermeiden.
Emissionsstandards für Luftschadstoffe
Um die Öl- und Gasverschmutzung an der Quelle zu begrenzen, werden in den Emissionsnormen für Tanklager und petrochemische Anlagen Anforderungen an die Rückgewinnung von Öl- und Gaskondensaten sowie an die Leckagekontrolle gestellt:
- Organisierte Emissionen:Es werden die höchstzulässigen Emissionskonzentrationen und -raten von Kraftstoffdämpfen in Abgasrohren festgelegt.
- Unorganisierte Emissionen:Für die Konzentration von Öl- und Gasemissionen an Unternehmensgrenzen sowie an Leckstellen von Anlagen wurden Überwachungsgrenzwerte festgelegt, die die Umsetzung von Maßnahmen zur Dichtung, Erfassung und Behandlung vorschreiben.
Überwachung und Compliance‑Empfehlungen
Da die Normen für den Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft mehrere Aspekte umfassen, sollten die zuständigen Stellen und Einzelpersonen bei der Beurteilung der Luftqualität folgende Punkte berücksichtigen:
- Definieren Sie den Bewertungskontext und wählen Sie die jeweils anwendbaren nationalen oder regionalen Normen aus.
- Die Probenahme und Analyse werden mit speziellen, metrologisch zertifizierten Gasmesseinrichtungen durchgeführt.
- Verfolgen Sie regelmäßig die von den zuständigen Behörden für Umweltschutz und Arbeitssicherheit veröffentlichten Informationen zu aktuellen Norm‑ und Regelwerksänderungen, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.