Ursprünge und Eigenschaften von ölfreiem, verschmutztem Druckluftkondensat
In der industriellen Produktion kommt es bei ölfreien Druckluftsystemen zwar nicht direkt zu einem Einsatz von Schmieröl, doch das im Betrieb anfallende Kondensat sowie die Spülwässer müssen dennoch streng kontrolliert werden. Diese Abwässer entstehen in erster Linie durch die Kondensation des in der Ansaugluft enthaltenen Wassers und können zugleich Stäube, Partikel, geringe Mengen an Kohlenwasserstoffen sowie metallische Abriebpartikel aus dem Maschinenbetrieb aufnehmen. Daher ist „ölfrei“ keineswegs gleichbedeutend mit „rein“; eine ordnungsgemäße Abwasseruntersuchung stellt einen entscheidenden Bestandteil der Gewährleistung der Umwelt‑Compliance dar.
Kernprüfgrößen und normative Grundlagen
Für ölfreies Abwasser aus Druckluftsystemen werden als Prüfstandards in der Regel die nationalen oder regionalen allgemeinen Emissionsnormen für Abwässer herangezogen. Zu den zentralen Prüfparametern zählen vor allem die folgenden Aspekte:
- Erdöl und tierische sowie pflanzliche ÖleObwohl es sich um ein ölfreies System handelt, kann die Luft dennoch Spuren von Kohlenwasserstoffen enthalten; daher ist es erforderlich, den Gesamtölgehalt im Wasser zu bestimmen, um sicherzustellen, dass die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten werden.
- Schwebstoffe (SS)Bestimmung des Gehalts an nicht löslichen Feststoffen im Abwasser zur Bewertung der Auswirkungen von Luftstaub und von Verunreinigungen in Rohrleitungen auf die Wasserqualität.
- pH-WertDie pH‑Werte des Abwassers werden überwacht, um zu verhindern, dass durch die Lösung saurer Luftgase das Kondensat sauer wird und dadurch das Kanalnetz korrodiert oder nachgeschaltete Behandlungsprozesse beeinträchtigt werden.
- Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) und biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB): Die Konzentration organischer Schadstoffe im Abwasser wird bewertet, um deren potenzielle Auswirkungen auf das aquatische Ökosystem zu beurteilen.
Häufig angewendete Prüfverfahren und technische Normen
Bei der Untersuchung von Abwasser sind standardisierte Analyseverfahren anzuwenden, um die Genauigkeit der Daten und ihre rechtliche Verbindlichkeit zu gewährleisten. So wird beispielsweise die Bestimmung ölhaltiger Substanzen in der Regel mittels Infrarot‑ oder Ultraviolett‑Spektrophotometrie durchgeführt; für die Bestimmung der Schwebstoffe wird zumeist das gravimetrische Verfahren angewendet; der pH‑Wert wird präzise nach der Glaselektrodenmethode gemessen. Sämtliche Probenahme-, Lagerungs- und Transportvorgänge sind streng gemäß den technischen Leitlinien zur Wasserprobenahme auszuführen, um physikalische oder chemische Veränderungen der Wasserprobe vor der Untersuchung zu vermeiden.
Empfehlungen zur konformen Behandlung und Einleitung von Abwasser
Unternehmen haben entsprechende Abwasserbehandlungsanlagen gemäß den Untersuchungsergebnissen zu installieren. Für Kondenswasser aus Druckluft empfiehlt es sich, an der Vorlaufseite einen hochwirksamen Gas‑Wasser‑Abscheider oder eine spezielle Einrichtung zur Behandlung und Ableitung des Kondenswassers zu montieren. Weisen die Analyseergebnisse nach, dass einzelne Parameter nahe an oder oberhalb der zulässigen Emissionsgrenzwerte liegen, sind weitergehende Verfahren wie Flockung‑Sedimentation, Filtration oder Neutralisation einzusetzen. Darüber hinaus sollten Unternehmen ein regelmäßiges Überwachungssystem etablieren und qualifizierte externe Prüfinstitute mit der Erstellung von Berichten beauftragen, um sicherzustellen, dass die Abwassereinleitungen des Druckluftsystems stets den geltenden Umweltschutzvorschriften entsprechen.