Quellen und Eigenschaften von ölhaltigem Abwasser aus Druckluftkompressoren
Bei der Kompression von Luft kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf zu flüssigem Wasser. Da im Kompressionsraum üblicherweise Schmieröl zur Kühlung und Dichtung eingesetzt wird, vermischt sich dieses Kondenswasser mit dem Schmieröl und bildet ein öliges Abwasser. Wird dieses Abwasser ohne vorherige Behandlung unmittelbar eingeleitet, kann es Boden und Gewässer erheblich belasten.
Kernfaktoren, die das jährliche Abwasseraufkommen beeinflussen
Die jährliche Menge an öligem Abwasser, die von einem Kompressor erzeugt wird, ist kein konstanter Wert, sondern wird durch mehrere maßgebliche Variablen bestimmt:
- Umgebungsfeuchtigkeit und Temperatur:Je höher die relative Luftfeuchtigkeit und je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit enthält sie; entsprechend fällt bei der Kompression eine größere Wassermenge aus. In den Sommermonaten und während der Regenzeit ist das Abwasseraufkommen in der Regel deutlich höher als im Winter.
- Geräteabgabemenge und Betriebszeit:Je größer die Luftleistung eines Druckluftkompressors ist und je länger er im Jahresverlauf im Volllastbetrieb läuft, desto mehr Luftvolumen wird verarbeitet, und entsprechend steigt auch die Gesamtmenge an Kondenswasser.
- Konfiguration der Nachbehandlungsanlage:Wenn das System mit einem Kältetrockner oder einem Adsorptionstrockner ausgestattet ist, wird der größte Teil des Wassers bereits in der Trocknungsstufe abgeschieden und abgeführt. Der Kältetrockner gibt in der Regel reines Wasser oder nur geringfügig feuchtes Wasser ab, während das Kompressoraggregat selbst sowie der Luftbehälter wasserölhaltiges Abwasser abgeben.
Wie lässt sich die jährliche Abwassermenge abschätzen?
Obwohl sich kein absoluter, für alle Fabriken gültiger Wert angeben lässt, ist eine wissenschaftliche Abschätzung mithilfe thermodynamischer Prinzipien und empirischer Formeln möglich. Im Allgemeinen ist die Menge an Kondenswasser, die im Druckluftsystem ausfällt, proportional zum Unterschied zwischen der absoluten Feuchte der angesaugten Luft und der absoluten Feuchte nach der Kompression.
In der Praxis zeigt sich, dass bei einer Umgebungstemperatur von 30 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % pro Kompression eines bestimmten Volumens freier Luft eine entsprechende Menge an Kondenswasser entsteht. Unternehmen können durch die Erfassung des Einzelausstoßvolumens sowie der Entwässerungsfrequenz der automatischen Ablassventile von Druckluftkompressoren und Druckluftbehältern – in Verbindung mit den tatsächlichen Betriebsstunden des gesamten Jahres – das ungefähre jährliche Gesamtaufkommen an Abwasser abschätzen. Bei großen zentralen Druckluftversorgungsanlagen kann die jährliche Abwassermenge mehrere zehn Tonnen oder sogar noch höher liegen.
Empfehlungen zur konformen Behandlung und Verwaltung von ölhaltigem Abwasser
Ölhaltiges Kondensat gilt als streng reguliertes Industrieabwasser oder gefährlicher Abfall und darf keinesfalls unmittelbar in die Kanalisation oder in natürliche Gewässer eingeleitet werden. Unternehmen haben folgende Managementmaßnahmen zu ergreifen:
- Installation einer Öl-Wasser-Trennanlage:Am hinteren Ende des Abflusses ist eine hocheffiziente Öl-Wasser-Trennanlage installiert, die das Altöl zurückhält und dafür sorgt, dass das abgetrennte Wasser die einschlägigen umweltrechtlichen Emissionsgrenzwerte einhält.
- Zentrale Sammlung und Fremdverarbeitung:Abgetrennte Altöle sowie hochkonzentrierte öllastige Abwässer, die nicht den Emissionsgrenzwerten entsprechen, sind zwingend in speziellen Behältern zentral zu sammeln und regelmäßig an einen Dritt‑Dienstleister mit entsprechender Zulassung zur Entsorgung gefährlicher Abfälle zur ordnungsgemäßen Behandlung zu übergeben.
- Optimierung der Geräteauswahl:In Branchen mit äußerst hohen Anforderungen an die Luftqualität empfiehlt sich der Einsatz ölfreier Kompressoren, um die Entstehung von ölhaltigem Abwasser bereits an der Quelle vollständig zu vermeiden und damit die nachgelagerten Kosten für den Umweltschutz sowie das damit verbundene Managementrisiko zu senken.
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