I. Kernkonzept der Berechnung
Der Stromverbrauch eines Druckluftkompressors je Kubikmeter Luft bezeichnet in der Regel die elektrische Energie, die zur Erzeugung eines Kubikmeters Druckluft aufgewendet wird. Bei der Berechnung ist zunächst der Bezugsmaßstab für das Abgabevolumen zu klären – etwa das Freiluftvolumen, das Volumen im Normzustand oder das Betriebsvolumen – und es sind nominelle Schätzwerte von den tatsächlichen Betriebswerten zu unterscheiden.
II. Grundlegende Berechnungsformeln
Formel 1: Bekannte Eingangsleistung und Hubraum
Stromverbrauch pro Kubikmeter Gas (kWh/ m³) = Eingangsleistung (kW) ÷ [60 × Hubraum (m³/min)]
Diese Formel gilt, wenn die Abgasmenge in Kubikmetern pro Minute angegeben ist. Wird die Abgasmenge hingegen in Kubikmetern pro Stunde angegeben, kann die Eingangsleistung direkt durch die Abgasmenge dividiert werden.
Formel 2: Bekannte spezifische Leistung
Stromverbrauch pro Kubikmeter Gas (kWh/ m³) = spezifische Leistung (kW /(m³/min))÷ 60
Die spezifische Leistung ist das Verhältnis von eingegebener Leistung zu der verdrängten Luftmenge und wird häufig zur Vergleichsanalyse der Energieeffizienz von Druckluftkompressoren herangezogen. Je niedriger die spezifische Leistung, desto geringer ist in der Regel der spezifische Stromverbrauch pro erzeugtem Luftvolumen.
Formel 3: Gemäß der tatsächlich gemessenen Strommenge und der erzeugten Gasmenge
Stromverbrauch pro Kubikmeter Gas (kWh/ m³) = Gesamtstromverbrauch im statistischen Zeitraum (kWh) ÷ Effektive Gasproduktionsmenge im statistischen Zeitraum (m³)
Diese Methode kommt den tatsächlichen Betriebsergebnissen näher und eignet sich für die Energieverbrauchsprüfung, den Vor‑Nach‑Vergleich bei energetischen Sanierungen sowie für die Kostenverteilung in Produktionsbereichen.
III. Einfluss von Belastung und Be- sowie Entlastung
Im tatsächlichen Betrieb befindet sich der Kompressor nicht durchgehend im Volllastbetrieb. Last‑/Entlastungsregelung, Frequenzumrichtersteuerung, Leckagen im Druckluftnetz sowie Schwankungen beim Luftverbrauch beeinflussen den spezifischen Stromverbrauch. Wird lediglich auf Basis der Nennfördermenge gerechnet, können Leerlaufverluste unter Umständen unberücksichtigt bleiben.
- Ladephase: Die Gasproduktionsrate ist relativ hoch, und der spezifische Stromverbrauch liegt in der Regel nahe am Nennwert.
- Leerlaufphase: Der Motor kann weiterhin elektrische Energie verbrauchen, jedoch ist die Gasproduktion sehr gering, was den spezifischen Stromverbrauch erhöht.
- Hilfsgeräte wie Kältetrockner, Filter, Steuerungssysteme und Kühlventilatoren sind – sofern sie eigenständig Strom verbrauchen – je nach statistischer Erfassungsgrundlage entweder einzubeziehen oder nicht.
IV. Rechenbeispiel
Das Beispiel dient ausschließlich zur Veranschaulichung der Formel und spiegelt nicht den tatsächlichen Energieverbrauch eines konkreten Geräts wider. Wenn die Eingangsleistung beträgt… 22 kW, die tatsächliche Ausstoßmenge beträgt 3.5 m³/min Dann beträgt der Stromverbrauch pro Kubikmeter Gas etwa 22 ÷ [60 × 3,5] ≈ 0,105 kWh/ m³.
Wenn die spezifische Leistung bereits bekannt ist, beträgt sie 6.3 kW /(m³/min), dann beträgt der Stromverbrauch pro Kubikmeter Gas etwa 6,3 ÷ 60 = 0,105 kWh/ m³.
V. Hinweise zur Verwendung
- Stellen Sie sicher, ob die Abgasmenge als Freiluftdurchfluss oder als Volumen der komprimierten Luft angegeben wird, und bringen Sie Druck, Temperatur sowie Messöffnung aufeinander ab.
- Die Daten auf dem Typenschild eignen sich für eine erste Abschätzung; bei der Vor-Ort‑Prüfung wird empfohlen, die Zählerstände sowie die Daten des Durchflussmessers heranzuziehen.
- Eine Erhöhung des Austrittsdrucks führt in der Regel zu einem Anstieg des Kompressionsenergieverbrauchs; bei der Berechnung sind die entsprechenden Druckbedingungen zu erfassen.
- Für die Energieeffizienzbewertung wird empfohlen, den Stromverbrauch unter Last, den Leerlaufstromverbrauch sowie den Stromverbrauch der Hilfsgeräte gesondert zu erfassen.
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