Entstehungsprinzip ölig belasteter Abwässer aus Druckluftkompressoren
Bei der Kompression von Druckluft wird im Zuge dieses Prozesses auch der in der Umgebungsluft enthaltene Wasserdampf angesaugt. Mit zunehmender Kompression und Abkühlung der Luft erreicht der Wasserdampf den Sättigungszustand und kondensiert zu flüssigem Wasser. In ölgelagerten, ölgeschmierten Druckluftsystemen vermischt sich dieses Kondenswasser mit dem im System vorhandenen Schmieröl, wodurch ein öliges Abwasser entsteht.
Kernfaktoren, die das Abwasseraufkommen beeinflussen
Die Menge des ölhaltigen Abwassers aus Druckluftkompressoren ist kein konstanter Wert, sondern wird unmittelbar von mehreren entscheidenden Faktoren beeinflusst:
- Umgebungstemperatur und -feuchtigkeitJe höher die Temperatur der angesaugten Luft und je größer ihre relative Luftfeuchtigkeit sind, desto mehr Feuchtigkeit enthält die Luft, und desto mehr Kondensat‑Abwasser fällt an. Die Sommer- und Regenzeit sind in der Regel die Perioden mit dem höchsten Abwasseraufkommen.
- Geräteabgabemenge und BetriebszeitJe größer die Förderleistung eines Druckluftkompressors ist und je länger er im Dauerbetrieb läuft, desto mehr Luftvolumen wird verarbeitet; entsprechend steigt auch das anfallende Abwasservolumen proportional.
- Systemdruck und KühleffizienzJe höher das Verdichtungsverhältnis, desto besser ist die Kühlwirkung des Nachkühlers, und desto höher ist der Anteil des kondensierten Wasserdampfs, der sich absetzt.
Allgemeine Schätzmethoden zur Bestimmung der Abwassermenge
In industriellen Anwendungen lässt sich die Menge an Kondenswasser häufig mittels thermodynamischer Gleichungen theoretisch abschätzen. Eine gängige Faustregel lautet: Bei einer Umgebungstemperatur von 30 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % erzeugt ein Druckluftkompressor mit einem Förderstrom von 10 m³/min im Volllastbetrieb innerhalb einer Stunde etwa einige Liter Kondenswasser. Wird das Gerät täglich 24 Stunden betrieben, kann die tägliche Menge an öligem Abwasser leicht mehrere hundert Liter erreichen.
Zu beachten ist, dass in der trockenen und kalten Winterzeit die Luftfeuchtigkeit äußerst niedrig ist und die Abwassermenge erheblich sinken kann. Daher sollten Unternehmen bei der Planung von Abwassersammel‑ und -behandlungssystemen die maximale Abwassermenge unter den Bedingungen höchster Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Sommer als Maßstab zugrunde legen, um eine ausreichende Behandlungskapazität sicherzustellen.
Empfehlungen zur konformen Behandlung von öligem Abwasser
Das von Druckluftkompressoren abgeleitete ölige Abwasser enthält mineralische oder synthetische Öle; eine direkte Einleitung würde Boden und Gewässer erheblich belasten. Unternehmen sind verpflichtet, entsprechende, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen:
- Installation einer Öl-Wasser-TrennanlageAn der Kondensatentleerung des Kompressors ist ein spezieller Öl-Wasser-Abscheider zu installieren, der mithilfe der Schwerkraftabscheidung oder eines Polymer‑Filterelements das im Wasser schwimmende Öl abtrennt, sodass der Ölgrenzwert des Abwassers die geltenden Umweltschutzvorgaben für die Einleitung in das Kanalnetz erfüllt.
- Regelmäßige Wartung und Reinigung: Überprüfen Sie regelmäßig den Betriebszustand des automatischen Entwässerungsventils und des Öl-Wasser-Abscheiders und reinigen Sie das abgetrennte Altöl zeitnah, um zu verhindern, dass eine Verstopfung oder ein Ausfall der Anlage zu einem Überlauf von Abwasser führt.
- Regelkonforme Entsorgung von Altöl: Abgetrenntes Altöl und verbrauchte Filterelemente sind an eine von der zuständigen Behörde zugelassene Drittstelle mit entsprechender Umweltschutz‑Zulassung zur zentralen Sammlung und schadstofffreien Entsorgung zu übergeben; die entsprechenden Übermittlungsscheine sind ordnungsgemäß aufzubewahren, um einer etwaigen Kontrolle standzuhalten.
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