Lässt man bei einem Luftkompressor über längere Zeit das Abtropfen von Wasser außer Acht, besteht die potenzielle Gefahr einer Explosion – allerdings kommt es nicht zwangsläufig unmittelbar zu einer Detonation; vielmehr baut sich das Risiko schrittweise auf.
Der zentrale indirekte Auslöser einer Explosion
Dauert das unterbleibende Ablassen von Wasser an, gelangt Kondenswasser in das Schmieröl, wodurch dieses emulgiert und seine Schmierfähigkeit verliert. Die Folge ist ein stark erhöhter Betriebstemperaturanstieg sowie eine beschleunigte Bildung von Rußablagerungen im Gerät. Diese Rußpartikel neigen bei hohen Temperaturen zur Selbstentzündung und können so das entflammbare Ölnebel-Gemisch im System zur Explosion bringen. Zugleich korrodiert das stehende Wasser die Innenwand des Druckluftbehälters, was deren Wandstärke verringert und die Druckfestigkeit erheblich mindert; unter Überdruckbedingungen kann dies ebenfalls zu einer physikalischen Explosion führen.
Weitere sich überlagernde Risiken
Stehendes Wasser kann zudem Kurzschlüsse im elektrischen Schaltschrank sowie ungewöhnliche Druckschwankungen im System verursachen und damit die sicherheitstechnischen Gefahren weiter verstärken sowie die Wahrscheinlichkeit eines Explosionsunfalls erhöhen.
Im Folgenden haben wir für Sie konkrete, sofort umsetzbare Empfehlungen zur Entwässerungshäufigkeit und einen täglichen Inspektionsplan für Luftkompressoren zusammengestellt, die auch von Anfängern problemlos angewendet werden können:
I. Häufigkeit der Entwässerungsmaßnahmen je Einsatzszenario
| Betriebsbedingungen | Empfohlene Entwässerungshäufigkeit | Wichtigste Punkte der Durchführung |
| Hochbelasteter Dauerbetrieb (täglich mehr als 8 Stunden im Volllastbetrieb) | Alle 4 Stunden manuell entwässern; nach dem täglichen Abschalten des Systems das gesamte System gründlich entleeren. | Abdeckung von vier zentralen Entwässerungspunkten: Gasdruckspeicher, Öl‑Gas‑Trennbehälter, Filter und tiefste Stellen der Rohrleitungen. |
| Südliche Regionen: hohe Luftfeuchtigkeit/Maisaison sowie heiße Umgebungsbedingungen | Täglich mindestens zweimal entwässern; bei Regenwetter die Häufigkeit auf alle 8 Stunden erhöhen. | Nach dem Ablassen des Wassers ist zu prüfen, ob die Ventile dicht geschlossen sind, um ein Rückströmen kalter Luft zu vermeiden. |
| Kalter Winterumfeld | In jeder Schicht mehrmals entwässern; nach dem Entwässern sicherstellen, dass keine Restwasseransammlungen zurückbleiben. | Vermeidung von Wasseransammlungen und Vereisung in Rohrleitungen sowie Ventilen, um Verstopfungen zu verhindern |
| Leerlaufbetrieb mit intermittierender Laufzeit (tägliche Betriebsdauer unter 2 Stunden) | Alle 5–10 Tage das Wasser ablassen. | Vor dem Betrieb den automatischen Ablassventil zunächst manuell betätigen, um die Durchgängigkeit zu prüfen. |
2. Sicherheitscheckliste für die tägliche Inspektion Vor dem Anfahren: – Überprüfen, ob der Ölstand innerhalb des vom Ölspiegelglas angegebenen Bereichs liegt und keine Emulgierung oder Aufhellung vorliegt; – prüfen, ob alle Ablassventile frei von Verstopfungen und Korrosion sind und im Vorfeld etwaige Restwasseransammlungen in den Leitungen abgelassen werden. Während des Betriebs: – Stündliche Kontrolle; Werte von Austrittsdruck und Austrittstemperatur notieren; auf ungewöhnliche metallische Reibgeräusche achten; sicherstellen, dass das Sicherheitsventil zuverlässig auslösen kann. Nach dem Abschalten: – Kondensat aus dem gesamten System ablassen; Oberfläche des Gerätegehäuses sowie Kühlrippen von Staub und Ölrückständen reinigen; Funktionstüchtigkeit der Not-Aus-Taste überprüfen; gleichzeitig die jeweils abgeführte Wassermenge dokumentieren; bei plötzlichem Anstieg der Abflussmenge umgehend nach möglichen Dichtungsdefekten suchen. Wartung des automatischen Kondensatableiters: – Einmal monatlich den Ablassvorgang des automatischen Ablassventils manuell testen; Filtergitter von Verunreinigungen säubern, um ein Verstopfen der Sensoren und damit verbundene Ausfälle des Ablassvorgangs zu vermeiden.